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Inkasso Wars – Tele Columbus und ihre Handlanger

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Seit inzwischen mehr als einem Jahr plage ich mich nun mit einem Kabelnetzbetreiber und seinen Inkassohandlangern herum. Nach den Vorfällen und Schreiben in den vergangenen Monaten möchte ich es mir nun nicht mehr nehmen lassen, hierüber auch öffentlich zu berichten. Anlass dieses Posts ist im Wesentlichen aber ein Schreiben, das ich dem Inkassounternehmen KOHL GmbH & Co. KG vor zwei Tagen per Fax habe zukommen lassen – denn mir reicht’s!

Wenn man als Außenstehender erst mal so von „Inkasso“ hört, schluckt man gerne mal. Positive Emotionen mit Inkassounternehmen verbinden wohl die wenigsten, selbst dann, wenn man noch nicht einmal direkt betroffen war. Seit nunmehr einem Jahr (und an sich schon darüber hinaus) sehe ich mich einer Forderung seitens Tele Columbus, einem vor allem in den neuen Bundesländern aktiver Kabelnetzbetreiber, konfrontiert, die ich weder nachvollziehen kann noch für rechtmäßig erachte. Die Konsequenz daraus ist selbstverständlich das Bestreiten der Forderung, bezahlen werde ich sie freiwillig jedenfalls nicht. Doch worum geht es eigentlich?

Bis zum Sommer 2011 wurde ich zu Hause von Tele Columbus mit einem Kabelvertrag, den ich von meiner Schwester (die vorher in der Wohnung lebte) übernommen hatte, grundversorgt. Internet und Telefonie stellte mir Kabel Deutschland zur Verfügung, da Tele Columbus zu diesem Zeitpunkt wohl nicht in der Lage war, eigenständige Produkte anzubieten, obwohl der Netzzugang ihnen gehört. Doch das änderte sich und in einer – wie ich finde – absolut dreisten und vorschnellen Aktion schmiss Tele Columbus den nun ehemaligen Partner aus dem Netz und zwang die bisherigen Kunden, sich nach Alternativen bei Telefonie- und Internetdiensten umzuschauen. Monate später erhielt ich plötzlich von Tele Columbus eine Schadensersatzforderung über ca. 125 EUR. Sie machten geltend, dass ich Hardware nicht zurück gesandt hätte. Moment mal … welche Hardware? Zu diesem Zeitpunkt war mir kein Gerät oder eine SmartCard bekannt, die Eigentum der Tele Columbus sein sollte und eine Aufforderung diese zurückzuschicken lag mir auch nicht vor. In mehreren Schriftwechseln wurde der Netzbetreiber nun aufgefordert, mir mitzuteilen, um was für Hardware es sich denn handeln solle und dass dieser den Eigentumsnachweis erbringen solle bspw. durch Nennung von Geräte- und Kartenseriennummern. Es vergingen einige Schreiben, bis der Netzbetreiber diese Daten schließlich heraus rückte. In der Zwischenzeit fanden sich im Keller meiner Schwester in der Tat alte Geräte an – eindeutig gekennzeichnet als Kabel Deutschland Produkte, keine Spur von Tele Columbus. Interessanterweise stimmten dann aber die Seriennummern überein und Tele Columbus erhielt ihr vermeintliches Eigentum zurück. Ich muss hier wirklich noch einmal darauf hinweisen, dass weder für Laien noch für Menschen mit halbwegs vorhandenem technischem Sachverstand erkennbar war, dass diese Geräte / SmartCard der Tele Columbus gehören sollten. Abgesehen davon, dass der Netzbetreiber mehrere Wochen brauchte, um im eigenen System zu vermerken, dass beides zurück gesandt wurde, landete die Schadensersatzforderung schon beim Inkasso. Damit ist das Unternehmen an sich fein raus. Das Geld (zumindest einen Teil davon) hat es vom Inkassounternehmen bekommen und muss sich so um die Forderung nicht mehr kümmern. Dafür hat man ja jetzt einen Blutsauger am Hals. Spannenderweise konnte mit einem Mitarbeiter der Tele Columbus sogar eine Einigung erzielt werden, dass die Forderung zurück genommen werde – die Geräte waren schließlich wieder zurück. Das Unternehmen widersprach dieser Einigung jedoch nur einen Tag später wieder und drohte dem entsprechenden Mitarbeiter mir gegenüber sogar unverhohlen mit Konsequenzen.

Die Monate vergingen mit ungezählten Mahnschreiben des Inkassounternehmens. Ich schaltete einen Anwalt ein, der dem Anspruch anwaltlich widersprochen hat und das Inkassounternehmen dazu aufgefordert hat, die Forderung gerichtlich einzufordern, falls sie der Begründung nicht zustimmen sollten. Das hinderte das Inkassounternehmen KOHL GmbH & Co. KG nicht daran, weiter zu versuchen mit diversen Schreiben – vermutlich emotionalen Druck auszuüben und – sogar beleidigende und verleumdende Dinge von sich zu geben. Nachdem ich nun auch einem gerichtlichen Mahnbescheid (das Inkassounternehmen muss für einen solchen Bescheid noch nicht nachweisen, dass die Forderung berechtigt ist) vollständig widersprochen habe, hat KOHL nun versucht mich dazu zu veranlassen, meinen Widerspruch gegen den gerichtlichen Mahnbescheid zurückzuziehen, netterweise war der entsprechende Text an das Amtsgericht schon beigefügt.

Mir platzt nun der Kragen. Abgesehen davon, dass ich nach wie vor die Forderung nicht für berechtigt halte, sind die Methoden des Inkassounternehmens alles andere als rechtlich sauber. Eingriffe in meine Persönlichkeitsrechte und Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz haben mich nun dazu bewegt, doch noch einmal auf die Schreiben des Inkassounternehmens außerhalb einer gerichtlichen Einigung zu reagieren. Mein Schreiben an das Inkassounternehmen füge ich an diesen Beitrag. Über den weiteren Verlauf werde ich euch auf dem Laufenden halten. Ich werde diesen Blogeintrag zudem dazu nutzen, die Presse auf das Vorgehen von Tele Columbus und ihren Inkassohandlangern aufmerksam zu machen. Vielen Dank geht da insbesondere an einen Twitterer, der beim Axel Springer Verlag tätig ist und mir eine mögliche Anlaufstelle genannt hat. Die Firma KOHL werde ich zudem bei ihrer zuständigen Aufsichtsbehörde melden. Genug auf der Nase herumgetanzt, meine Herren!

Warum ist die Forderung eigentlich unberechtigt, warum bezahle ich nicht? Tele Columbus macht eine Schadensersatzforderung geltend, das heißt im Falle einer Zahlungsklage gegen mich wäre die Klägerseite verpflichtet nachzuweisen, dass ein Schaden entstanden ist. Das ist aber aus mehreren Gründen nicht geschehen. Zunächst einmal hat der Kabelnetzbetreiber Gerät und SmartCard zurück. Des Weiteren sind beide technisch derart veraltet, dass sie bspw. die neuen Verschlüsselungsverfahren im Netz überhaupt nicht unterstützen, sie sind technisch also auch noch vollkommen wertlos. Mir ist daher nicht klar, welchen Schaden die Tele Columbus hier also überhaupt erlitten haben soll, den ich nun ersetzen möge. Inzwischen betrachten wir das ganze zumindest als versuchten Betrug. Diese Position werde ich bis zum Ende verteidigen. Man könnte jetzt meinen, es wären ja „nur“ 125 EUR (die Kosten des ganzen Verfahrens liegen inzwischen aber bei bald 300 EUR), aber hier geht es ums Prinzip. Auch Inkassounternehmen haben ihre Forderungen rechtlich sauber zu begründen, nur weil sie in der Gesellschaft Angst und Schrecken verbreiten, haben sie nicht automatisch Recht. Auch wenn das nun als Kampf David (haha) gegen Goliath anmuten sollte, er wird ausgefochten.

Hier mein aktuelles Schreiben an das Inkassounternehmen, es lohnt sich wirklich mal rein zu lesen …

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