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Inkasso Wars – Tele Columbus und ihre Handlanger

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Seit inzwischen mehr als einem Jahr plage ich mich nun mit einem Kabelnetzbetreiber und seinen Inkassohandlangern herum. Nach den Vorfällen und Schreiben in den vergangenen Monaten möchte ich es mir nun nicht mehr nehmen lassen, hierüber auch öffentlich zu berichten. Anlass dieses Posts ist im Wesentlichen aber ein Schreiben, das ich dem Inkassounternehmen KOHL GmbH & Co. KG vor zwei Tagen per Fax habe zukommen lassen – denn mir reicht’s!

Wenn man als Außenstehender erst mal so von „Inkasso“ hört, schluckt man gerne mal. Positive Emotionen mit Inkassounternehmen verbinden wohl die wenigsten, selbst dann, wenn man noch nicht einmal direkt betroffen war. Seit nunmehr einem Jahr (und an sich schon darüber hinaus) sehe ich mich einer Forderung seitens Tele Columbus, einem vor allem in den neuen Bundesländern aktiver Kabelnetzbetreiber, konfrontiert, die ich weder nachvollziehen kann noch für rechtmäßig erachte. Die Konsequenz daraus ist selbstverständlich das Bestreiten der Forderung, bezahlen werde ich sie freiwillig jedenfalls nicht. Doch worum geht es eigentlich?

Bis zum Sommer 2011 wurde ich zu Hause von Tele Columbus mit einem Kabelvertrag, den ich von meiner Schwester (die vorher in der Wohnung lebte) übernommen hatte, grundversorgt. Internet und Telefonie stellte mir Kabel Deutschland zur Verfügung, da Tele Columbus zu diesem Zeitpunkt wohl nicht in der Lage war, eigenständige Produkte anzubieten, obwohl der Netzzugang ihnen gehört. Doch das änderte sich und in einer – wie ich finde – absolut dreisten und vorschnellen Aktion schmiss Tele Columbus den nun ehemaligen Partner aus dem Netz und zwang die bisherigen Kunden, sich nach Alternativen bei Telefonie- und Internetdiensten umzuschauen. Monate später erhielt ich plötzlich von Tele Columbus eine Schadensersatzforderung über ca. 125 EUR. Sie machten geltend, dass ich Hardware nicht zurück gesandt hätte. Moment mal … welche Hardware? Zu diesem Zeitpunkt war mir kein Gerät oder eine SmartCard bekannt, die Eigentum der Tele Columbus sein sollte und eine Aufforderung diese zurückzuschicken lag mir auch nicht vor. In mehreren Schriftwechseln wurde der Netzbetreiber nun aufgefordert, mir mitzuteilen, um was für Hardware es sich denn handeln solle und dass dieser den Eigentumsnachweis erbringen solle bspw. durch Nennung von Geräte- und Kartenseriennummern. Es vergingen einige Schreiben, bis der Netzbetreiber diese Daten schließlich heraus rückte. In der Zwischenzeit fanden sich im Keller meiner Schwester in der Tat alte Geräte an – eindeutig gekennzeichnet als Kabel Deutschland Produkte, keine Spur von Tele Columbus. Interessanterweise stimmten dann aber die Seriennummern überein und Tele Columbus erhielt ihr vermeintliches Eigentum zurück. Ich muss hier wirklich noch einmal darauf hinweisen, dass weder für Laien noch für Menschen mit halbwegs vorhandenem technischem Sachverstand erkennbar war, dass diese Geräte / SmartCard der Tele Columbus gehören sollten. Abgesehen davon, dass der Netzbetreiber mehrere Wochen brauchte, um im eigenen System zu vermerken, dass beides zurück gesandt wurde, landete die Schadensersatzforderung schon beim Inkasso. Damit ist das Unternehmen an sich fein raus. Das Geld (zumindest einen Teil davon) hat es vom Inkassounternehmen bekommen und muss sich so um die Forderung nicht mehr kümmern. Dafür hat man ja jetzt einen Blutsauger am Hals. Spannenderweise konnte mit einem Mitarbeiter der Tele Columbus sogar eine Einigung erzielt werden, dass die Forderung zurück genommen werde – die Geräte waren schließlich wieder zurück. Das Unternehmen widersprach dieser Einigung jedoch nur einen Tag später wieder und drohte dem entsprechenden Mitarbeiter mir gegenüber sogar unverhohlen mit Konsequenzen.

Die Monate vergingen mit ungezählten Mahnschreiben des Inkassounternehmens. Ich schaltete einen Anwalt ein, der dem Anspruch anwaltlich widersprochen hat und das Inkassounternehmen dazu aufgefordert hat, die Forderung gerichtlich einzufordern, falls sie der Begründung nicht zustimmen sollten. Das hinderte das Inkassounternehmen KOHL GmbH & Co. KG nicht daran, weiter zu versuchen mit diversen Schreiben – vermutlich emotionalen Druck auszuüben und – sogar beleidigende und verleumdende Dinge von sich zu geben. Nachdem ich nun auch einem gerichtlichen Mahnbescheid (das Inkassounternehmen muss für einen solchen Bescheid noch nicht nachweisen, dass die Forderung berechtigt ist) vollständig widersprochen habe, hat KOHL nun versucht mich dazu zu veranlassen, meinen Widerspruch gegen den gerichtlichen Mahnbescheid zurückzuziehen, netterweise war der entsprechende Text an das Amtsgericht schon beigefügt.

Mir platzt nun der Kragen. Abgesehen davon, dass ich nach wie vor die Forderung nicht für berechtigt halte, sind die Methoden des Inkassounternehmens alles andere als rechtlich sauber. Eingriffe in meine Persönlichkeitsrechte und Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz haben mich nun dazu bewegt, doch noch einmal auf die Schreiben des Inkassounternehmens außerhalb einer gerichtlichen Einigung zu reagieren. Mein Schreiben an das Inkassounternehmen füge ich an diesen Beitrag. Über den weiteren Verlauf werde ich euch auf dem Laufenden halten. Ich werde diesen Blogeintrag zudem dazu nutzen, die Presse auf das Vorgehen von Tele Columbus und ihren Inkassohandlangern aufmerksam zu machen. Vielen Dank geht da insbesondere an einen Twitterer, der beim Axel Springer Verlag tätig ist und mir eine mögliche Anlaufstelle genannt hat. Die Firma KOHL werde ich zudem bei ihrer zuständigen Aufsichtsbehörde melden. Genug auf der Nase herumgetanzt, meine Herren!

Warum ist die Forderung eigentlich unberechtigt, warum bezahle ich nicht? Tele Columbus macht eine Schadensersatzforderung geltend, das heißt im Falle einer Zahlungsklage gegen mich wäre die Klägerseite verpflichtet nachzuweisen, dass ein Schaden entstanden ist. Das ist aber aus mehreren Gründen nicht geschehen. Zunächst einmal hat der Kabelnetzbetreiber Gerät und SmartCard zurück. Des Weiteren sind beide technisch derart veraltet, dass sie bspw. die neuen Verschlüsselungsverfahren im Netz überhaupt nicht unterstützen, sie sind technisch also auch noch vollkommen wertlos. Mir ist daher nicht klar, welchen Schaden die Tele Columbus hier also überhaupt erlitten haben soll, den ich nun ersetzen möge. Inzwischen betrachten wir das ganze zumindest als versuchten Betrug. Diese Position werde ich bis zum Ende verteidigen. Man könnte jetzt meinen, es wären ja „nur“ 125 EUR (die Kosten des ganzen Verfahrens liegen inzwischen aber bei bald 300 EUR), aber hier geht es ums Prinzip. Auch Inkassounternehmen haben ihre Forderungen rechtlich sauber zu begründen, nur weil sie in der Gesellschaft Angst und Schrecken verbreiten, haben sie nicht automatisch Recht. Auch wenn das nun als Kampf David (haha) gegen Goliath anmuten sollte, er wird ausgefochten.

Hier mein aktuelles Schreiben an das Inkassounternehmen, es lohnt sich wirklich mal rein zu lesen …

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Peinliche Antwort von Kabel Deutschland

Ich bin ja wirklich einiges gewohnt, aber was Kabel Deutschland als Reaktion auf meine Beschwerdemail bezüglich ihrer völlig unsinnigen, nutzlosen und im Übrigen auch überhaupt nicht wirksamen Kündigung zurück geschrieben hat, das stellt wirklich eine ganze Menge in den Schatten. Lest selbst:

 

Sehr geehrter Herr  Rietz,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wie Ihnen bereits in unserem Schreiben vom 08.06.2011 mitgeteilt wurde, endet die Kooperation zwischen Ihrem Netzanbieter und Kabel Deutschland. Eine Versorgung ist somit nicht mehr möglich.

Haben Sie Fragen? Oder können wir noch etwas für Sie tun? Dann schicken Sie uns einfach eine E-Mail an kundenservice@kabeldeutschland.de. Wir sind gerne für Sie da!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kabel Deutschland Service-Team

 

Ich lasse das selbstverständlich nicht auf mir sitzen, denn bis heute habe ich keine wirksame Kündigung von diesen Typen. Ich mailte nun also zurück:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie ich Ihnen bereits in meiner eMail vom 14.06.2011 mitteilte, ist die von Kabel Deutschland ausgesprochene Kündigung nichtig. Wie sehr Sie in Ihrer Antwort den Inhalt meines Schreibens ignorieren können, überrascht selbst mich, der bereits von anderen Unternehmen schlechten Kundenservice gewohnt ist.

Ehrlich gesagt, ist es mir – auf gut deutsch gesagt – total egal, ob die Kooperation zwischen Tele Columbus und Kabel Deutschland beendet wurde. Diesen Kooperationsvertrag kenne ich nicht und er berührt mich persönlich auch nicht. Mich berührt allerdings das Vertragsverhältnis, das ich mit Kabel Deutschland eingegangen bin und ich erwarte eine vertragsgemäße Abwicklung! Dazu gehört auch eine fristgemäße Kündigung. Sie würden mir die Kündigung ja auch nicht „durchgehen“ lassen, wenn ich sämtliche vereinbarten Fristen ignorieren würde. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Beendigung des Kooperationsverhältnisses mit Tele Columbus bereits vor dem 08.06.2011 bekannt war und der Kabel Deutschland eine fristgemäße Kündigung der Endkundenverträge sehr wohl möglich gewesen wäre.

Ich fordere Sie hiermit erneut dazu auf, mir eine wirksame Kündigung zuzustellen und erwarte weiterhin die Erfüllung der von Kabel Deutschland vertragsgemäß zugesicherten Leistungen.

Ich weise erneut darauf hin, dass das Vertragsverhältnis bis heute nicht gekündigt ist.

Hochachtungsvoll,

David Rietz.

 

PS: Möglicherweise wäre es hilfreich, dieses Anliegen nicht vom First-Level-Support bearbeiten zu lassen. Dieser konnte mir bereits am Telefon nicht weiterhelfen.

PPS: Ihre Antwort auf meine Anfrage empfinde ich als ebenso dreist wie unnütz.

 

Ich erwarte ja nicht mal viel von denen, aber kann sich mal bitte jemand bei diesem Verein um dieses wirklich ernste Anliegen kümmern? Dieses Unternehmen begeht Vertragsbruch in vermutlich hunderten von Fällen. Was soll denn das?

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Kabel Deutschland hält sich nicht an die eigenen AGB

Wenn große Konzerne der Meinung sind, mit ihren Kunden machen zu können, was sie wollen, dann bekomme ich immer wieder gern das sprichwörtliche Kotzen. Einschlägige Erfahrungen habe ich selbst diesbezüglich bereits mit der Deutschen Telekom, aber auch FedEx. Doch letztere haben das ganze doch wenigstens halbwegs elegant und zur Kundenzufriedenheit klären können, das kann man ja vom rosa Riesen keineswegs behaupten.

In diese Reige von Kundenveräpplern fügt sich nun auch Kabel Deutschland ein. Diese kündigten mir – und vermutlich hunderten anderen Haushalten – die Versorgung mit Internet und Telefonieprodukten. Warum? Eigentlich ist die Tele Columbus Kabelnetzbetreiber, doch mangels eigener Produkte haben diese die Versorgung mit Internet und Telefonieprodukten an die Kabel Deutschland weitergegeben. Tele Columbus möchte dieses Geld dann jetzt doch lieber selbst verdienen und wird eigene Produkte auf die eigenen Leitungen schalten mit der Konsequenz, dass Kabel Deutschland die vertraglich geschuldeten Leistungen nicht mehr erbringen kann, schlicht und ergreifend, weil deren Signal nicht mehr auf dem Kabel liegen wird.

Nun kündigte Tele Columbus diesen bevorstehenden Wechsel bereits im Mai an und in diesem Monat hatte ich – wie auch viele andere Kunden – auf die Kündigung der bestehenden Verträge mit Kabel Deutschland gewartet – vergeblich. Bei der Tele Columbus Hotline hieß es dann sogar, man solle auf die tatsächlich ausgesprochene Kündigung seitens Kabel Deutschland warten, bevor man neue Produkte bucht. Gut, klingt sinnvoll in der Theorie, denn immerhin will man ja nicht für zwei parallele Internetleitungen bezahlen und nur einmal die Leistung beziehen. Andererseits bedeutet das für all diejenigen, die das getan haben, möglicherweise ein böses Erwachen, wenn z.B. die neue Leitung vom neuen Provider nicht mehr rechtzeitig geschaltet werden kann, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.

Wichtig wäre es ja gewesen, die Kündigung seitens Kabel Deutschland fristgerecht zu bekommen. Doch Pustekuchen: Am 09. Juni erhielt ich die Kündigung – und aus Gesprächen mit den Kundenbetreuern bei der Kabel Deutschland Hotline weiß ich, dass andere Kunden ebenso spät benachrichtigt wurden – zum 01. Juli. Ich schaute dann mal in meinen Kalender und stellte überraschend überhaupt nicht überraschend fest, dass die Kündigung mit einer Frist von 3 Wochen ausgesprochen wurde.

Ein geübter Blick in die allgemeinen Geschäftsbedingungen verrät jedoch, dass eine Kündigung nur innerhalb von 4 Wochen ausgesprochen werden dürfte. Und ja, tut mir leid, aber… 3 Wochen sind keine 4 Wochen. Die Kündigung ist also Schrott Müll nichtig.

Ich wende mich nun an die Kundenbetreuung der Kabel Deutschland und fordere das Unternehmen darin auf, die geschuldeten Leistungen vertragsgemäß auch über den 01. Juli hinaus zu erbringen sowie mir eine fristgemäße Kündigung zuzustellen. Auf die Antwort bin ich gespannt.

Hier die Mail:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

mit Ihrem Schreiben vom 08.06.2011 (eingetroffen am 09.06.2011) kündigen Sie das bestehende Vertragsverhältnis mit der Kundennummer XXXXXXXXX zum 01.07.2011.

 

Ich möchte hiermit auf die AGB verweisen, insbesondere Paragraph 10, der die Vertragslaufzeit sowie die Kündigungsmöglichkeiten regelt. Hier heißt es unter 10.2 – ich zitiere -: „Verträge mit unbestimmter Laufzeit können mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende gekündigt werden.“ Weiter heißt es unter 10.4: „Die von Kabel Deutschland im Rahmen von Verträgen über Zusatzangebote […] können jederzeit mit einer Frist von vier Wochen gekündigt werden.“

 

Die von Ihnen ausgesprochene Kündigung am 08.06.2011 – zugestellt am 09.06.2011 – zum 01.07.2011 ist damit ungültig und nichtig. Insbesondere unter der Annahme, dass es sich hier nicht um Zusatzangebote handelt, hätte Ihre Kündigung frühestens zum 31.07.2011 wirksam werden dürfen.

 

Ich erwarte von Kabel Deutschland die Erbringung der geschuldeten Leistungen auch über den 01.07.2011 hinaus sowie eine ordentliche und fristgemäße Kündigung.

 

Eine persönliche Anmerkung: Angesichts der Tatsache, dass diese Kündigung ausgesprochen wird, da Tele Columbus die Erbringung der Leistungen in vielen Gegenden insbesondere der Stadt Berlin übernehmen wird, gehe ich davon aus, dass weitere Kunden eine solche Kündigung verspätet erhalten. Das ist gewerbsmäßiger Vertragsbruch und ich empfinde dies als sowohl peinlich wie betrügerisch. Kabel Deutschland erwartet von seinen Kunden ebenso die Einhaltung von Verträgen wie wir als Kunden dies von Kabel Deutschland erwarten dürfen. Insbesondere da Kabel Deutschland sich weigert, bestehende Vertragsverhältnisse wegen Umzugs auf Kundenwunsch vorzeitig zu beenden, halte ich es für besonders angeraten, dass Kabel Deutschland seine Vertragspflichten in eben diesem erwarteten Maße selbst erbringt.

 

Hochachtungsvoll,

 

David Rietz.

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DEUTSCHER MEISTER: EHC EISBÄREN BERLIN

Nur vorab schon mal:

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH AN DEN NEUEN DEUTSCHEN MEISTER IM EISHOCKEY!!!

Vorab auch schon ein paar Bilder, aufgenommen beim Public Viewing in der o2 World.

Die Zitate des Tages lieferten übrigens Sven Felski und Stefan Ustorf im Sky-Interview nach dem Spiel. Felski, der während seines Interviews von Ustorf geküsst wird, wird gefragt, wie denn ein Kuss von Stefan Ustorf schmecken würde. Seine Antwort:

Heute überragend!

Ustorf, von Felski „der alte Mann“ genannt, passt in seinem Interview direkt danach zurück:

Jahrgang 1974. Beide! Er sollte wirklich mal aufpassen, wen er hier „den alten Mann“ nennt.

Was haben wir gelacht in der o2 World.

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DEL Finaltagebuch Teil 3 – Schon 2:0 für Berlin

Inzwischen haben wir zwei Spiele miterleben dürfen und oh Graus, bisher bewahrheitet es sich, dass Aberglaube wirken kann. Denn ohne uns zu rasieren haben die Eisbären inzwischen ausschließlich gewonnen, inzwischen auch schon zwei Mal in der Finalserie.

Über das Spiel von Freitag spreche ich gar nicht einmal so viel, ich habe dazu getwittert und wer mir folgt, durfte die Informationen zum 4:2 für die Berliner ertragen. Damit war der erste Sieg in einer Serie aus 5 Spielen auswärts ergattert. Interessant zu erwähnen dürften die langweiligen Wolfsburger Fans sein, in ihrer eigenen Halle fast in Unterzahl und noch dazu 50 Minuten mit plattem Gesang, den sie von den inzwischen besiegten Dusseldorflern geklaut haben. So kann das ja nix werden.

Heute stand also Spiel Nummer 2 an, diesmal in Berlin, das bisher einzige feststehende Finalspiel in der Hauptstadt. Wenn die Eisbären dieses sowie das dritte Spiel gewinnen würden, gäbe es keine weitere Gelegenheit mehr, die Eisbären in dieser Saison auf dem Eis zu sehen. Aber ich denke, das wäre zu verkraften, immerhin geht es um die fünfte Deutsche Meisterschaft für Dynamo.

Und obwohl ich mir schon anhören muss, wie scheußlich ich aussehe: Immer noch unrasiert. Hier ein Foto von Freitagabend, morgen kommt wieder ein ganz aktuelles.

Aller Anfang ist schwer

Das erste Drittel in der Partie begann mehr oder weniger pünktlich gegen 14:35 in der Berliner o2 World, gerne von Insidern als Qualle bezeichnet. Man glaubt es kaum, aber scheinbar traute sich Eisbären-Torhüter Rob Zepp erst nicht aufs Eis – was natürlich jetzt nur ein Scherz war, aber aus irgendeinem Grund kam er trotz Aufruf nicht aufs Eis ^^ -, für das Anheizen der Stimmung waren passende Lichter und die von Bernd Römer auf der E-Gitarre gespielte Nationalhymne bereit.
Die Eisbären mit ihrer im letzten Spiel höchst erfolgreichen Starting-Six hatten jedoch Probleme, so richtig ins Spiel zu finden, auch den Gästen aus Wolfsburg wollte zunächst nicht alles so recht gelingen. Ich denke, das ist einer gewissen Nervosität zu verdanken, die zu Beginn einer solch wichtigen Partie sicher nicht weg zu denken ist. Für die Eisbären setzte es auch schon wenige Minuten nach dem Beginn des Spiels die erste Strafzeit, mal wieder erwischte es Sven Felski. Das anschließende Powerplay nutzten die Wolfsburger zum 0:1 aus Berliner Sicht schamlos aus, doch schon 90 Sekunden später glich Florian Busch wieder aus.

Spritziges zweites Drittel der Gastgeber

Nach der ersten Pause sah man auf dem Eis lebendige Eisbären, die sich endlich auch wieder aus Powerplay-Qualitäten besinnen konnten. Viele Strafzeiten gegen die Wolfsburger führten zu immerhin fast acht Minuten Überzahlspiel der Berliner im zweiten Drittel und so konnten Jimmy Sharrow und André Rankel die Eisbären auf eine 3:1 Führung bringen. Schon vor Begeisterung taumelnd begleitete das Publikum die nun immer schneller laufende Partie, trieben die Eisbären immer wieder nach vorn, doch obwohl ausreichende Chancen vorhanden gewesen wären, nutzen die Eisbären diese nicht konsequent. Und so kam es, dass Wolfsburg der Anschlusstreffer zum 3:2 gelang. Von der Gästetribüne ertönte nun wieder der mehr als langweilig gewordene Gesang. Bitte liebe Wolfsburger Fans, lasst euch doch für Dienstag etwas neues einfallen.

Hitzige Schlussphase

Das letzte Drittel eröffneten die Grizzly Adams durch den Ausgleichstreffer zum 3:3 nach nur 33 Sekunden Spielzeit und so ziemlich jedem Fan in der Halle, egal ob Berliner oder Wolfsburger war nun klar: Das hier wird eine ganz ganz üble Schlussphase. Und so war es dann auch. Blut auf dem Eis, Strafzeiten, anlaufende Prügeleien auf dem Eis, Auszeiten und Spielverzögerungen sind die Indizien, die man als Nachweis für die hitzige Endphase des Spiels vorbringen kann. Auch den Schiedsrichtern schien die Partie etwas zu entgleiten, insbesondere in den letzten drei Minuten hatten diese das Spiel auch überhaupt nicht mehr im Griff. Warum da der eine oder andere Spieler plötzlich vom Eis geschickt wurde, entzog sich dann wohl jedem Verständnis. In der zweiten Hälfte des letzten Drittels dann endlich der Befreiungsschlag der Berliner. Zunächst erhöhte Sven Felski auf 4:3 (vom Hallensprecher wurde fälschlicherweise einem anderen Berliner das Tor zugesprochen, was auf den Tribünen zu Verwirrung führte), dann noch einmal Florian Busch auf 5:3 drei Minuten vor Schluss. Die Wolfsburger, die auch schon zuvor für kurze Zeit ohne Torwart und damit einem Feldspieler mehr auf dem Eis standen, sahen sich nun unter Zugzwang, erneut liefen sie 6 gegen 5 an. Die Schiedsrichter nun teilweise völlig vernebelt oder blind, man weiß es nicht, schickten zwischenzeitlich zwei Berliner vom Eis, Wolfsburg in Überzahl 5 gegen 4 Spieler trafen schließlich zum 5:4 in der letzten Spielminute. Doch die letzten Angriffe der Adams konnten spitzfindige, wendige und schnelle Eisbären abwehren und so landete der Puck nach dem Schlusspfiff im Netz des Berliners Zepp, kein Tor und damit 5:4 Endstand für Berlin.


(Bildquelle: Website des EHC Eisbären Berlin – http://www.eisbaeren.de/content/13.php?action=detail&n_id=7393)

Die Eisbären damit in der glücklichen Situation nur noch ein Spiel gewinnen zu müssen, die Wolfsburger dagegen massiv unter Zugzwang. Das nächste Spiel in eigener Halle müssen sie unbedingt gewinnen, wenn sie im Rennen um die Meisterschaft noch ein Wörtchen mitreden wollen.

An alle Berliner, die sich zusammen mit mir seit Tagen / Wochen nicht rasieren: Packt schon mal zu Dienstag Abend gegen 23 Uhr die Rasierer aus, denn egal, wie die Partie endet, wir dürfen dann wieder. Es gibt genau zwei Varianten: Entweder Berlin gewinnt, dann sind die Eisbären Meister und es gibt kein Spiel mehr, das verloren gehen könnte. Oder die Eisbären verlieren, dann ist der Aberglaube aber auch auf Deutsch gesagt „für den Arsch“. Also, noch zwei Tage durchhalten, Männer (und deren Frauen / Männer). ^^

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DEL Finaltagebuch Teil 2 – Playoff-Sonne

Merkwürdiger Titel für ein Finaltagebuch, gebe ich zu. Aber es ist doch durchaus mal erwähnenswert, immerhin scheint die Playoff-Sonne auch für die Eisbären ein wichtiger Bestandteil zu sein.

In den vergangenen Playoff-Tagen waren wir wie auch die Eisbären eigentlich ganz gut versorgt von Playoff-Sonnenlicht, zumindest wenn ich mich zuletzt zur Qualle begeben habe, durfte ich mich strahlenden Sonnenscheins erfreuen und auch in Düsseldorf gab es meist gutes Wetter, wie die Tweets der Eisbären zeigen.

http://twitter.com/#!/Eisbaeren_B/status/55946218517438464
http://twitter.com/#!/Eisbaeren_B/status/57113706173169666
http://twitter.com/#!/Eisbaeren_B/status/57756198438567936
http://twitter.com/#!/Eisbaeren_B/status/58067643533504512

Jetzt gerade macht die Playoff-Sonne allerdings mal so richtig Pause. Ich höre aus anderen Teilen der Republik Worte wie „Schäfchenwolken“ und so, das kann man von Berlin nun allerdings gar nicht behaupten. Stark bewölkt, verregnet, unendlich kalt, so muss man das Wetter im Moment beschreiben.

Für Freitag, sprich morgen, der Tag an dem das erste Finalspiel zwischen Wolfsburg und den Eisbären stattfinden wird, sagen die Wetterfrösche übrigens im Moment leichte Bewölkung voraus bei ca. 11° C und einer Regenwahrscheinlichkeit von nur 10%. Das klingt doch nach Playoff-Sonne für die Eisbären. Wie das Wetter dann am Sonntag in Berlin wird, ist noch nicht wirklich genau vorherzusagen, da ist sicherlich noch einiges in Bewegung. Im Moment geht man von wolkigem Wetter – zum Abend auflockernd – bei 17° C Höchsttemperatur und 20% Regenrisiko aus. Ich finde, da geht noch was. Liebe Playoff-Sonne, gib dir doch bisschen Mühe, am Sonntag schon am Nachmittag knallig über der Qualle zu stehen. 😉

Und nun Beweisfoto Nummer 2 von Tag 2:

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Abiturprüfungen die Erste

Heute hat der Paul – sozusagen mein Paul, also nicht irgendein Paul (der Paul, den ich meine, wird wissen, dass er gemeint ist), auch nicht die Pauls, die aussehen wie Aliens und jetzt die Leinwände verrückter Kinos beherrschen, also wirklich nur der eine Paul – seine erste Abiturprüfung. Die fünfte Prüfungskomponente, eine Art Präsentationsprüfung im Zweierteam. Thema der beiden: Ist der Passagierflug-Standort Berlin auf dem Weg, ein internationales Drehkreuz zu werden?

Ich wünsche den beiden jedenfalls ganz viel Glück und Erfolg. Viel Zeit und Arbeit steckt in der Prüfung. Ihr packt das. :-)

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DEL Finaltagebuch Teil 1 – Der Einzug ins Finale

Jaha, das war schon was. Das Halbfinale zwischen den DEG Metro Stars aus Düsseldorf und dem EHC Eisbären Berlin – die von mir favorisierte Mannschaft. Wer die DEL Regelungen nicht kennt, kurzer Abriss: Wir befinden uns nach einer langen, regulären Saison in den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft im Eishockey. Diese werden ab dem Viertelfinale in einer sogenannten Best-of-5-Serie ausgetragen, das heißt, eine Mannschaft muss mindestens 3 von maximal 5 Spielen gewinnen, um eine Runde weiter zu kommen. Düsseldorf (als Tabellenzweiter in die Playoffs gegangen und damit mit Heimvorteil vor den Eisbären, die auf Platz 3 die reguläre Saison beendeten) und Berlin standen sich nun im Halbfinale gegenüber. Während Düsseldorf bereits zwei Spiele für sich entschieden hatte, gelang es den Eisbären in einem hart umkämpften und ebenso aufregenden Spiel am Sonntag der Ausgleich in der Best-of-5-Serie auf 2:2, das heißt, es musste ein alles entscheidendes fünftes Spiel geben – in Düsseldorf. Eben dieses fand nun gestern statt, über Vorzeichen möchte ich gar nicht viel sagen, außer dass die bereits vorangegangenen beiden Spiele in Düsseldorf teilweise unglücklich verloren wurden. Es hieß nun also Daumen drücken und… nicht rasieren.

Genau, richtig gelesen. Aberglaube FTW! sag ich nur. Wenn ich mal kurz Revue passieren lassen darf: Das letzte mal habe ich mich vergangenen Donnerstag rasiert. Eisbären-Fans erinnern sich: Spiel #3 in Düsseldorf ging noch am selben Tag mit 2:4 verloren. Jetzt, wo ich mit immer länger werdendem Bart herum laufe kommen die Eisbären immerhin wieder auf zwei Siege in zwei Spielen: 4:3 nach Verlängerung am Sonntag sowie 3:1 in Düsseldorf gestern. Ganz klar: Wer rasiert, verliert.
Und noch klarer: Jetzt im Finale möchte ich nicht Schuld daran sein, dass die Eisbären nicht Meister werden. Ich werde also wenigstens bis Freitag den Rasierer nicht anrühren (erstes Finalspiel in Wolfsburg). Gewinnen die Eisbären dieses Spiel, bleibt der Rasierer auch bis Sonntag unangetastet (zweites Spiel in Berlin – ich bin übrigens in der Qualle live dabei). Geht auch dieses Spiel an die Eisbären, dann also auch bis kommende Woche Dienstag nicht und so weiter und so fort. Bis die Eisbären einmal verloren haben. Dann kann ich den Bart auch los werden, was solls…

Ach, nur so zum Beweis ein Foto von heute:

Ansonsten gilt es, den Eisbären am Freitag die Daumen zu drücken. Sky überträgt und auch in der Qualle wird man sich das Spiel auf Leinwand ansehen können. Meine Schwester überlegt wohl ernsthaft, nach Wolfsburg zu fahren (ich weiß gar nicht, ob schon zu Spiel #1 oder zu Spiel #3). Ich jedenfalls Wünsche mir viel Torjubel für die Berliner, wenig Strafzeiten und wenn die Eisbären dann mal ein Powerplay spielen dürfen, dass sie es auch nutzen. Da hapert’s nämlich meiner Meinung nach gerade ganz besonders gewaltig. Immerhin gab es im gestrigen Halbfinalspiel mal wieder ein Powerplay-Tor zu bejubeln.

Auf geht’s, Dynamo. Wir werden wieder Meister sein!

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AOK Nordost befristet Verträge zum Jahre 1923

Merkwürdige Schreiben haben scheinbar derzeit Konjunktur. Den Vogel abgeschossen hat jetzt aber die AOK, die mich mit einem wirklich schockierenden Schreiben überraschte.

Eine Beitragsnachforderung von über 1.400 EUR soll gestundet werden, in Raten zu jeweils 10 EUR / Monat über natürlich dann mehrere Jahre hinweg.

Folgenden Zahlungsplan sah man vor:
– Erste Rate am 15.03.2011 über 10 EUR
– Folgende monatliche Raten vom 15.02.1923 bis 15.03.1923 über ebenfalls jeweils 10 EUR
– Schlussrate am 15.03.1923 über 8,93 EUR.

Der Satz, dass die Vereinbarung befristet ist bis zum 15.03.1923 durfte natürlich auch nicht fehlen.

Also, so allein schon aus Spaß an der Freude hätte ich gar kein Problem damit gehabt, wenn die AOK im März 10 EUR mehr von mir eingezogen hätte. Nachfolgende Mehrzahlungen hätte ich aber rigoros zurückbuchen lassen mit dem Vermerk, dass die Stundungsvereinbarung ja schon 1923 abgelaufen sei. Überhaupt finde ich es merkwürdig, wie man mit Zahlungen in Höhe von 38,93 EUR (die sich nach dem Zahlungsplan ergeben) eine Schuld von über 1.400 EUR abbezahlen soll. Außerdem, wer hatte 1923 schon den Euro und wieviel heutige Euronen wäre wohl eine Schuld von 1.400 1923-Euronen heute wert? Ich geh dann schon mal in die Privatinsolvenz oder so.

Meinen Antrag auf Stundung habe ich übrigens im Juni 2007 gestellt. Soso.

Ein Telefonat klärte dann auf, dass dieses Schreiben überhaupt nicht an mich gerichtet sein sollte. Es gäbe bei mir keinen Beitragsrückstand und solch eine Stundungsvereinbarung müsste auch nicht aktiviert werden.

Armes Schwein, dass jetzt statt meiner Privatinsolvenz wegen der Schuld von 1.400 1923-Euronen anmelden muss. Dabei sind da noch nicht mal Zinsen drauf.

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FedEx wird frech – ohne mich!!!

Ich erhielt am Samstag einen Brief von FedEx. Nichts Böses ahnend, packte ich ihn zwar aus… ignorierte ihn aber in meinem jugendlichen Wahnsinn einfach nur. Als ich ihn mir heute noch einmal vornahm, traf mich der Schlag.

FedEx stellte mir eine Zollrechnung. Über 18,16 EUR, die der Zoll haben will sowie 10,00 EUR, die FedEx haben will. Vermutlich, weil sie die 18,16 für mich schon mal beim Zoll bezahlt haben. Und nun wollen sie die Kohle von mir. Soso. Hier mal die FedEx-Rechnung.

Schön. Und wofür? Berechtigte Frage, wenn man Rechnungen bekommt. Ich las also weiter. Und da kam auf der nächsten Seite doch glatt vom Zollamt des Flughafens Köln/Bonn ein Bescheid über Einfuhrgebühren. Angeblich hätte ein Paket, dass ich bekommen habe (wohlgemerkt noch vor Weihnachten!) einen Rechnungsbetrag von 70 US-$ ausweisen und den wollen sie jetzt verzollt haben; mit 18,16 EUR. Aha.

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