DEL Finaltagebuch Teil 3 – Schon 2:0 für Berlin

Inzwischen haben wir zwei Spiele miterleben dürfen und oh Graus, bisher bewahrheitet es sich, dass Aberglaube wirken kann. Denn ohne uns zu rasieren haben die Eisbären inzwischen ausschließlich gewonnen, inzwischen auch schon zwei Mal in der Finalserie.

Über das Spiel von Freitag spreche ich gar nicht einmal so viel, ich habe dazu getwittert und wer mir folgt, durfte die Informationen zum 4:2 für die Berliner ertragen. Damit war der erste Sieg in einer Serie aus 5 Spielen auswärts ergattert. Interessant zu erwähnen dürften die langweiligen Wolfsburger Fans sein, in ihrer eigenen Halle fast in Unterzahl und noch dazu 50 Minuten mit plattem Gesang, den sie von den inzwischen besiegten Dusseldorflern geklaut haben. So kann das ja nix werden.

Heute stand also Spiel Nummer 2 an, diesmal in Berlin, das bisher einzige feststehende Finalspiel in der Hauptstadt. Wenn die Eisbären dieses sowie das dritte Spiel gewinnen würden, gäbe es keine weitere Gelegenheit mehr, die Eisbären in dieser Saison auf dem Eis zu sehen. Aber ich denke, das wäre zu verkraften, immerhin geht es um die fünfte Deutsche Meisterschaft für Dynamo.

Und obwohl ich mir schon anhören muss, wie scheußlich ich aussehe: Immer noch unrasiert. Hier ein Foto von Freitagabend, morgen kommt wieder ein ganz aktuelles.

Aller Anfang ist schwer

Das erste Drittel in der Partie begann mehr oder weniger pünktlich gegen 14:35 in der Berliner o2 World, gerne von Insidern als Qualle bezeichnet. Man glaubt es kaum, aber scheinbar traute sich Eisbären-Torhüter Rob Zepp erst nicht aufs Eis – was natürlich jetzt nur ein Scherz war, aber aus irgendeinem Grund kam er trotz Aufruf nicht aufs Eis ^^ -, für das Anheizen der Stimmung waren passende Lichter und die von Bernd Römer auf der E-Gitarre gespielte Nationalhymne bereit.
Die Eisbären mit ihrer im letzten Spiel höchst erfolgreichen Starting-Six hatten jedoch Probleme, so richtig ins Spiel zu finden, auch den Gästen aus Wolfsburg wollte zunächst nicht alles so recht gelingen. Ich denke, das ist einer gewissen Nervosität zu verdanken, die zu Beginn einer solch wichtigen Partie sicher nicht weg zu denken ist. Für die Eisbären setzte es auch schon wenige Minuten nach dem Beginn des Spiels die erste Strafzeit, mal wieder erwischte es Sven Felski. Das anschließende Powerplay nutzten die Wolfsburger zum 0:1 aus Berliner Sicht schamlos aus, doch schon 90 Sekunden später glich Florian Busch wieder aus.

Spritziges zweites Drittel der Gastgeber

Nach der ersten Pause sah man auf dem Eis lebendige Eisbären, die sich endlich auch wieder aus Powerplay-Qualitäten besinnen konnten. Viele Strafzeiten gegen die Wolfsburger führten zu immerhin fast acht Minuten Überzahlspiel der Berliner im zweiten Drittel und so konnten Jimmy Sharrow und André Rankel die Eisbären auf eine 3:1 Führung bringen. Schon vor Begeisterung taumelnd begleitete das Publikum die nun immer schneller laufende Partie, trieben die Eisbären immer wieder nach vorn, doch obwohl ausreichende Chancen vorhanden gewesen wären, nutzen die Eisbären diese nicht konsequent. Und so kam es, dass Wolfsburg der Anschlusstreffer zum 3:2 gelang. Von der Gästetribüne ertönte nun wieder der mehr als langweilig gewordene Gesang. Bitte liebe Wolfsburger Fans, lasst euch doch für Dienstag etwas neues einfallen.

Hitzige Schlussphase

Das letzte Drittel eröffneten die Grizzly Adams durch den Ausgleichstreffer zum 3:3 nach nur 33 Sekunden Spielzeit und so ziemlich jedem Fan in der Halle, egal ob Berliner oder Wolfsburger war nun klar: Das hier wird eine ganz ganz üble Schlussphase. Und so war es dann auch. Blut auf dem Eis, Strafzeiten, anlaufende Prügeleien auf dem Eis, Auszeiten und Spielverzögerungen sind die Indizien, die man als Nachweis für die hitzige Endphase des Spiels vorbringen kann. Auch den Schiedsrichtern schien die Partie etwas zu entgleiten, insbesondere in den letzten drei Minuten hatten diese das Spiel auch überhaupt nicht mehr im Griff. Warum da der eine oder andere Spieler plötzlich vom Eis geschickt wurde, entzog sich dann wohl jedem Verständnis. In der zweiten Hälfte des letzten Drittels dann endlich der Befreiungsschlag der Berliner. Zunächst erhöhte Sven Felski auf 4:3 (vom Hallensprecher wurde fälschlicherweise einem anderen Berliner das Tor zugesprochen, was auf den Tribünen zu Verwirrung führte), dann noch einmal Florian Busch auf 5:3 drei Minuten vor Schluss. Die Wolfsburger, die auch schon zuvor für kurze Zeit ohne Torwart und damit einem Feldspieler mehr auf dem Eis standen, sahen sich nun unter Zugzwang, erneut liefen sie 6 gegen 5 an. Die Schiedsrichter nun teilweise völlig vernebelt oder blind, man weiß es nicht, schickten zwischenzeitlich zwei Berliner vom Eis, Wolfsburg in Überzahl 5 gegen 4 Spieler trafen schließlich zum 5:4 in der letzten Spielminute. Doch die letzten Angriffe der Adams konnten spitzfindige, wendige und schnelle Eisbären abwehren und so landete der Puck nach dem Schlusspfiff im Netz des Berliners Zepp, kein Tor und damit 5:4 Endstand für Berlin.


(Bildquelle: Website des EHC Eisbären Berlin – http://www.eisbaeren.de/content/13.php?action=detail&n_id=7393)

Die Eisbären damit in der glücklichen Situation nur noch ein Spiel gewinnen zu müssen, die Wolfsburger dagegen massiv unter Zugzwang. Das nächste Spiel in eigener Halle müssen sie unbedingt gewinnen, wenn sie im Rennen um die Meisterschaft noch ein Wörtchen mitreden wollen.

An alle Berliner, die sich zusammen mit mir seit Tagen / Wochen nicht rasieren: Packt schon mal zu Dienstag Abend gegen 23 Uhr die Rasierer aus, denn egal, wie die Partie endet, wir dürfen dann wieder. Es gibt genau zwei Varianten: Entweder Berlin gewinnt, dann sind die Eisbären Meister und es gibt kein Spiel mehr, das verloren gehen könnte. Oder die Eisbären verlieren, dann ist der Aberglaube aber auch auf Deutsch gesagt „für den Arsch“. Also, noch zwei Tage durchhalten, Männer (und deren Frauen / Männer). ^^

GD Star Rating
loading...

Ähnliche Einträge:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>